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Die Katalogsammlung von Moritz König

2008, im Zuge der Sichtung, anschliessender Reinigung, Reparaturarbeiten und Neuordnung des historischen Bestandes von Auktionskatalogen, fiel die große Anzahl von Katalogen mit dem  Besitzvermerk „M. König“ auf. Geschätzte Anzahl: über 1000 Stück.

 

Zur Person Moritz König

 

Moritz König, Geschäftsführer einer Handelsgesellschaft, Sammler und Kunstkenner aus Preßburg

(Preßburg 1812 - Wien VIII., Josefsgasse 5, 5.2.1894)

 

Über die Moritz'sche Katalog-Sammlung

 

"Moritz König. Kunstfreund, Bilderkenner, Sammler...König gehörte seit ungefähr 1850 zu denen, die über den Wiener Bilderbesitz am besten Bescheid wussten. G. F. Waagen im Vorwort zu dem bekannten Buche: "Die vornehmsten Kunstdenkmäler Wiens" (I, 1866, S. IV) sagt: "Ganz besonders aber verdanke ich dem Herrn König die Bekanntschaft mit einer Anzahl von erst neuerdings entstandenen Kunstsammlungen, sowie deren Besitzern. (...)". Die so häufig im Lexikon der Wiener Gemäldesammlungen benützten Königschen Eintragungen und Bermerkungen beziehen sich jedesmal auf Moritz König. Die Königsche Bilder-Sammlung, ohnedies, wie die meisten anderen auch, von wechselndem Bestand, ist wohl nicht mehr zusammenzufinden. Denn ein Verzeichnis wurde niemals angelegt. Dagegen ist ein grosser Teil seiner Sammlung von Galeriekatalogen in der Bibliothek der Akademie der bildenen Künste zu Wien erhalten geblieben. " (Anmerkung: in der Akademie ist darüber bisher nichts bekannt und es konnten auch keine Provenienzen nachgewiesen bzw. entdeckt werden)

 

(aus: Theodor v. Frimmel: Lexikon der Wiener Gemäldesammlungen, Buchstabe G bis L, München 1917)

 

Im Kataloge der Sammlungen des Architekten Hofrat Professor Karl König, Sohn von Moritz König) zur XL. Versteigerung von Gilhofer & Ranschburg, Wien, am 23. und 24. März, I. Abtelung: Bibliothek, heißt es auf S. 113:

 

"1020. Versteigerungskatalog des 18. - 20. Jahrhunderts.

 

Der dem vorliegenden Versteigerungskatalgoe angeschlossene Katalogsapparat verdankt in der Hauptsache der einschlägigen Sammeltätikeit des Vaters des Hofrates König, dem als Sammler und Kunstkenner geschätzten Moritz König (1815-1894) seine entstehung. von Professor König weiter ausgebaut, stellt diese Sammlung wohl den umfangreichsten, im Privatbesitz befindlichen Katalogsapparat dar. Er enthält neben einer großen, mit dem Jahr 1744 beginnenden Anzahl von Auktionskatalogen über Kupferstiche, Handzeichnungen, Bücher, Gemälde und Kunstgegenstände eine Reihe von seltenen Galerieverzeichnissen und eine kleine Sammlung von sogenannten Oeuvrekatalogen.

 

Nach Orten und innerhalb dieser chronologisch geordnet, umfaßt diese bedeutende Sammlung von etwa 1500, zum Teil mit den in den Versteigerungen erzielten Preisen und den Namen der Verkäufer versehenen Katalogen folgender Städte:

 

Amsterdam 1761-1875

Antwerpen 1865

Bamberg 1823-1834

Berlin 1800-1906

Bern 1836

Bremen 1832-1841

Brünn (Katalog der Stiftsbibl. Klosterbruck, um 1790, mit Schätzungspreisen)

Brüssel 1789-1865

Danzig 1828-1850

Darmstadt

Dresden 1750-1886

Eichstätt 1835

Florenz 1880

Frankfurt a. M. 1819-1888

Gent 1787-1846

Genua 1879

Gotha 1845

Greifswald 1831

Haag 1760-1873

Hamburg 1822-1844

Hannover 1813-1859

Helmstadt 1810

Homburg 1868

Köln 1853-1888

Kopenhagen 1852-1866

Leipzig 1793-1870

Lille 1857

London 1787-1890

Lüttich 1867-1885

Magdeburg 1839

Mailand 1885-1888

Mainz 1851-1853

Modena 1842

München 1820-1910

Nordhausen 1858

Nürnberg 1812-1843

Osnabrück 1833

Paderborn 1852

Paris 1744-1895

Regensburg 1872

Rom 1844-1892

Rotterdam 1866-1873

Rudolfstadt 1834

Schaffhausen 1835

Stuttgart 1827-1872

Venedig 1856

Wien 1785-1908

Würzburg 1869

 

Eine detaillierte Beschreibung dieser hervorragenden Sammlung würde zu weit führen, jedoch steht eine übersichtliche Zusammenstellung nach Örtlichkeiten und Besitzernamen Interessenten zur Einsichtnahme zu Verfügung. Hervorzuheben ist die Tatsache, daß der hier vorliegende Katalogsapparat weit mehr enthält, was in den systematischen Zusammenstellungen der einschlägigen Werke (wie zum Beispiel in dem Anhang zu Wesselys Anleitung zu Kenntnis und Sammeln der Kunstdrucke) angeführt wird.

 

Anschließend an die Versteigerungskataloge über sämtliche Sammelgebiete ist in dem hier ausgebotenen Apparat eine große Serie von beschreibenden Verzeichnissen von öffentlichen und privaten Bildersammlungen und eine Anzahl von Ausstellungskatalog enthalten. Auch diese Sammlunge umfaßt eine Reihe von seltenen und gesuchten Katalogen aus dem 18. Jahrhundert. Zu erwähnen wäre noch eine Serie von seltenen frühen Lagerkatalogen, eine kleine Reihe von raisonnierenden Verzeichnissen von Künstlerarbeiten (Schmidt, Bause etc). u. a.

 

Die Sammlung wird nur als Ganzes abgegeben."

 

   

Provenienzvermerk "König" und Inventarnummer